AlltagsethikFallstudien

Spaziergang an der Promenade: Ein ethisches Dilemma – was denken Sie?

In unserer Reihe „Fallstudien zur praktischen Ethik“, die wir seit 2017 im Programm haben, wollen wir Ihnen eine weitere Dilemma-Situation vorstellen. Lesen Sie den untenstehenden Bericht von Katharina und geben Sie Ihr Votum ab. Bitte beachten Sie, dass es nicht darum geht, die ‚richtige‘ oder ‚falsche‘ Antwort anzukreuzen. Die Wirklichkeit ist viel zu komplex, als dass sie darauf reduziert werden könnte. Auch wenn der Bericht wahr ist, so ist die Übung doch virtuell. Diese Umfrage dient allein dazu, die Reflexion und den Austausch zu fördern.

Viel Spaß!

Spaziergang an der Promenade

Die 23-jährige Katharina ist gerade für ihr Auslandsstudium in Nizza angekommen. Sie ist sehr müde von der Reise, aber glücklich. Sie hat eben ihre Uni „Université Nice Sophia Antipolis“ besichtigt, welche nur 10 Minuten zu Fuß vom Strand entfernt liegt.

Katharina kommt aus Norddeutschland und ist begeisterte Wellenreiterin. Daher liebt sie die Nähe zum Meer. Sie hat sich am Flughafen ein Auto gemietet für die ersten Tage in Nizza und ist damit direkt zum Strand gefahren. Das Auto hat Katharina mit all ihrem Gepäck nahe der Promenade des Anglais geparkt und erst einmal die Sonne und den Blick aufs Meer genossen. Dann ist sie das kurze Stück zu ihrer Uni gelaufen für eine erste Stippvisite. Nun möchte sie nur noch in ihr Wohnheim und sich von der Reise erholen.

In dem Moment stolpert sie über die Füße eines Obdachlosen, der reglos am Boden liegt. Vor lauter Euphorie hatte Katharina nur, wenn auch müde, Augen für die von Palmen gesäumte, beeindruckende Flaniermeile Nizzas mit ihren vielen Menschen. Dabei hatte sie nicht auf den Weg geachtet. Nun steht sie vor diesem bewegungslosen Körper.

Eigentlich möchte sie so schnell wie möglich ins Bett in ihrem neuen Zuhause. Katharina wägt ab. Es sind genügend Menschen auf der Promenade, die sich um den Obdachlosen kümmern könnten. Die können sicher auch besser französisch sprechen als sie. Von denen ist wiederum keiner direkt über ihn gestolpert. Vielleicht nehmen die anderen Passanten ihn gar nicht wahr, überlegt Katharina. Sie ist verunsichert. Am liebsten würde sie weitergehen.

Wie würden Sie an Katharinas Stelle handeln?

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