Der Gast
Prof. Johannes Lindner ist einer der bekanntesten Entrepreneurship – Pädagogen im deutschsprachigen Raum – und einer, der es ernst meint. 2000 gründete er in Wien die IFTE – Initiative for Teaching Entrepreneurship, mit einer einfachen, aber radikalen These: Wer Jugendliche zu Unternehmern ausbildet, bildet zugleich Menschen. Und das ist keine neutrale Angelegenheit.
Heute ist er Bundeskoordinator für Entrepreneurship Education im österreichischen Bildungsministerium, lehrt an der KPH Wien/Niederösterreich sowie an der Universität Wien, und ist UNIDO Senior Expert für Entrepreneurship Education. Er ist erster Ashoka Fellow Österreichs – eine Auszeichnung, die zeigt, dass er nicht nur über sozialen Wandel spricht, sondern ihn betreibt.
Was ihn aus Sicht der Ethica Rationalis besonders interessant macht: Lindner denkt Unternehmertum konsequent ethisch. Für ihn ist Entrepreneurship Education nicht in erster Linie die Anleitung zum Geldverdienen, sondern eben auch Charakterbildung.
Im November letzten Jahres durfte Ethica Rationalis auf dem Entrepreneurship4Youth Festival und dem Entrepreneurship Summit 2025 in Wien, das vom IFTE organisiert wurde, ein aktive Rolle spielen.
Das Thema:
Entrepreneurship und Entrepreneurship Education in Zeiten von KI
Entrepreneurship Education ist nicht neutral, es prägt Zukunft, und jede Generation muss neu entscheiden, welche Werte sie dabei leiten sollen
KI-Systeme optimieren Preise. Sie organisieren Kommunikation. Sie treffen Entscheidungen in Millisekunden. Das ist effizient. Aber, dieselben Systeme, die Entscheidungen automatisieren, machen viele Aufgaben und Strukturen überflüssig. Gerade Berufseinsteiger machen sich viele Gedanken über ihre berufliche Zukunft. Wer heute in den Arbeitsmarkt eintritt, kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass ein erlernter Beruf trägt – nicht zehn Jahre, manchmal nicht mal fünf. Es braucht die Fähigkeit, Probleme zu erkennen, Chancen zu ergreifen und in Veränderung handlungsfähig zu bleiben. Kurz: unternehmerisch denken – nicht als Option, sondern als Grundkompetenz.
Die Nutzung von KI wirft unbequeme Fragen auf. Fragen, die wir u.a. stellen werden
- Welche Tugenden erfolgreicher Unternehmer sind zeitlos – und warum lassen sie sich nicht an die KI delegieren?
- Was bleibt von ethischer Verantwortung im unternehmerischen Handeln, wenn KI den Menschen zunehmend aus Entscheidungen herausnimmt – besonders in Junior-Positionen?
- Verändert Erfolg, Skalierung, Effizienz zwangsläufig den moralischen Anspruch eines Unternehmens?
- Ist Integrität und Authenzität eine Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg – oder ein Wettbewerbsnachteil in einem System, das Effizienz belohnt?
- Rechtfertigt Wettbewerbsdruck ein Abweichen von Werten wie Verantwortung, Integrität, Authenzität und Nachhaltigkeit?
- Können Verantwortung und Integrität an Systeme „ausgelagert“ werden – oder ist das eine Selbsttäuschung?
- Gibt es genug Kunden die ethisches Agieren auch honorieren?
- Wie erlernt man Entrepreneurship?
Genau diesen Fragen stellen wir uns beim PhiloBrunch mit Johannes Lindner – konkret, kontrovers und ohne falsche Scheu.
Das Format
Der PhiloBrunch der Ethica Rationalis ist kein Vortrag mit Applaus. Es ist ein Denkraum: mit einem Impulsvortrag von Johannes Lindner, einer Fallstudie zur praktischen Ethik und einer offenen Diskussion in kleiner Runde – bewusst auf maximal 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrenzt. Weil Tiefe mehr wert ist als Reichweite.
Die Veranstaltung – PhiloBrunch
Samstag, 20. Juni 2026 | Beginn 10.00 Uhr, Ende 13.00 Uhr | Internationales Begegnungszentrum der Wissenschaft, Amalienstr. 38, 80799 München
Anmeldung und Information per E-Mail: info@ethica-rationalis.org
Ethica Rationalis e.V. – rational · universal · angewandt




