AlltagsethikRezensionen

Die Kunst, in schwierigen Zeiten nicht durchzudrehen: Geniale Strategien für mehr Stärke und Gelassenheit von Ralf Senftleben

In was für Zeiten wir leben: eine Pandemie, die die Welt erschüttert, wirtschaftliche Unsicherheit, Destabilisierung der Demokratien, Rassismus, Extremismus, Isolation durch Pandemiemaßnahmen, Isolation durch Digitalisierung, Heraufziehen eines Konflikts zwischen dem Westen, China und Russland, Korruption, Disruption in vielen Wirtschaftsbereichen durch neue Technologien und Business Modelle (z.B. Elektromobilität, Uber, amazon, etc.), beginnende Verödung der Innenstädte, Industrie 4.0, Klimakrise, Energiewende, Rationalisierungen, Wegfall von unqualifizierten Jobs, gefühlte Ungerechtigkeit wohin man auch schaut.

Die aktuelle Situation kann uns ganz schön zu schaffen machen, man kann darauf mit Stress und Unwohlsein reagieren bis hin zu handfesten Panikattacken. Man kann leicht das Gefühl bekommen, dass einem alles entgleist oder, dass uns alles zu viel wird. Aber manche Menschen kommen mit dieser Belastung besser zurecht. Was unterscheidet diese Menschen, von uns allen, die unter den Lebensumständen ächzen und stöhnen? Ein sorgenfreies Leben kann es nicht sein, denn jeder Mensch wird mit Problemen und schwierigen Situationen konfrontiert. Weiterhin sind es oft die Menschen mit den schwierigsten Lebensumständen die positiv und konstruktiv durch das Leben gehen und auch noch anderen Menschen Stütze und Hilfe sein können. Was diese Menschen ganz offensichtlich unterscheidet, ist 1) ihre Einstellung gegenüber Problemen und Widrigkeiten, sowie 2) ein klarer Fokus auf Umstände, die man selbst beeinflussen kann.

Das Buch „Die Kunst, in schwierigen Zeiten nicht durchzudrehen“ (2020) lernt uns anhand von zehn Prinzipien, wie man auf das Chaos in unserem Kopf und um uns herum mit Abstand, einem klaren Blick und besonnenen Handeln reagieren kann.

Wer sollte diesen Titel lesen?

  • Psychologieinteressierte
  • Alle, die kurz vor dem Durchdrehen stehen
  • Menschen, die zufriedener und ausgeglichener durch den Alltag kommen möchten

Anhand von 10 Prinzipien zeigt der Autor auf welche Strategien wir zur Hand haben um den alltäglichen Stress, der uns umspült gelassener, klüger und souveräner anzugehen. Das ist besonders wichtig, wenn wir uns gerade in Situationen befinden, die uns stressen oder gar überfordern.

Hier eine kurze Übersicht, über die Prinzipien, die in dem Buch näher beleuchtet werden:

  • Prinzip eins: Ändere, was du ändern kannst

Dieses Prinzip besteht daraus uns darüber bewusst zu werden, dass uns sehr viele Dinge wie Korruption, Krieg, Gewalt oder die Corona Pandemie sehr nahe gehen können, aber all diese Dinge weisen eine Gemeinsamkeit auf, und das ist die Tatsache, dass wir selbst keinen oder aber nur sehr wenig Einfluss auf diese Dinge ausüben können. Auch wenn wir die Dinge aus der Nähe betrachten, wie z.B. die Laune unserer Nachbarn oder die Gesundheit unserer Familie, dann ist es auch hier so, dass wir wenig Einfluss darauf haben. Hier haben wir entweder die Möglichkeit auf diesen Kontrollverlust mit Stress und Unruhe zu reagieren oder aber einen anderen Blickwinkel einzunehmen: Fokussiere dich auf das, was du ändern kannst!

Auf was haben wir Einfluss? Mit was beschäftigst du dich, mit wem verbringst du deine Zeit? Oder wie gestaltest du dein Umfeld. Das lenkt deine (beschränkte) Energie um auf konkrete, nützliche Dinge, die du direkt oder indirekt selbst beeinflussen kannst.

Die Welt da draußen können wir nicht unmittelbar verändern, unser eigenes Verhalten aber schon!

  • Prinzip zwei: Überlaste dich nicht

Warte nicht bis zum Burnout! Werde dir all deiner Aufgaben bewusst und halte fest, ob du sie wirklich machen musst oder sie womöglich abgeben solltest.

  • Prinzip drei: Finde deine Aufgabe

Wenn Du die passende Aufgabe für dich findest, gewinnst du Sinn, Halt und Perspektive.

  • Prinzip vier: Blicke objektiv auf die Welt

Die Welt ist sicher nicht perfekt. Aber sie ist besser als sie uns häufig erscheint.

  • Prinzip fünf: Übe dich in Dankbarkeit

Wir sollten uns angewöhnen, öfter auf die Dinge zu schauen, die bereits gut laufen, und Dankbarkeit zu einem täglichen Ritual machen.

  • Prinzip sechs: Arbeite an deinen Reaktionen

Wir selbst haben es in der Hand, wie wir uns fühlen und reagieren, denn die Wirklichkeit ist im großen Maße Gegenstand unserer ganz eigenen Interpretation.

  • Prinzip sieben: Nimm Abstand von Gefühlen

Halte einen gesunden und freundlichen Abstand zu deinen Gefühlen und nimm sie nicht zu ernst.

  • Prinzip acht: Lebe mehr in der Gegenwart

Verweile mit deinen Gedanken weniger in der Vergangenheit und in der Zukunft, sondern lebe im Augenblick.

  • Prinzip neun: Folge deinem inneren Wertekompass

Mach dir deine Werte bewusst und folge ihnen im Alltag.

  • Prinzip zehn: Löse Probleme

Problemen begegnest du am besten, indem du aktiv nach Lösungen suchst oder deinen Frieden mit ihnen machst.

Wie man schon an den Kapitelüberschriften sehen kann, stehen gut durchdachte und bewährte Strategien hinter den einzelnen Prinzipien. Aber, wie immer liegt der Schlüssel zu nachhaltigen Veränderungen in einem selbst und zur Verinnerlichung dieser Prinzipien, darin, sie in unser Denken durch aktives Praktizieren und ein Leben dieser Prinzipien einzubauen.

Man kann zum Beispiel versuchen ein Veränderungstagebuch zu führen, also sich selbst für zu beobachten und auszuwerten welche Erfahrungen man mit der Umsetzung der Prinzipien gemacht hat.

Was man beim Lesen und Verinnerlichen der Gedanken in diesem Buch bekommt, sind konkrete und sehr pragmatische Hilfsmittel, um auf sich selbst positiv einzuwirken.

Viel Spaß und Erfolg beim Lesen und noch viel mehr beim Verinnerlichen und Praktizieren!

  • Herausgeber ‏ : ‎ GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH; 3. Edition (5. November 2020)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 240 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3833875011
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3833875014

Zu diesem Thema können wir auch die Lektüre von “Shifting Perspectives – Changing Your Outlook for Positive Results” von Olivier de Brivezac und Emmanuel Comte empfehlen.

Ihr Ethica Rationalis Redaktionsteam